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Kino-Geschichten / Kino-Geschichte

Von Rainer Otto

Karfreitag 1981. Ich war 16, Schüler am EMA (Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium). Das Rex-Kino in Bonn-Endenich hatte drei Wochen vorher als Programmkino wiedereröffnet. Ich war täglich dort, hatte mich mit zwei der fünf Inhaber*innen angefreundet und startete wenig später meine Kino-Karriere, wie fast jede*r als Kartenabreißer.

Karfreitag 1981. Es gab noch (bis 1984) das Original-woki in der Gangolfstraße, seitdem ist dort die Kassenhalle der Volksbank.Das heutige WOKI hieß seit der Eröffnung 1956 'Universum-Lichtspiele'. Es bestand aus zwei Sälen. Im großen Saal liefen täglich ab 10 Uhr morgens Beate-Uhse-Filme, also Pornos. In den 1970ern, als es weder Video noch Privatfernsehen gab, mit riesigem Erfolg. Oft war der 740-Platz-Saal schon mittags ausverkauft. Goldene Zeiten für den Kinobetreiber.

Karfreitag jedoch war und ist einer der drei sogenannten 'stillen Feiertage', an denen z.B. das Zeigen von Pornofilmen nicht erlaubt ist. Also zeigte das 'Universum' an diesem Tag einen älteren, 'normalen' Film. 1981 war das 'Uhrwerk Orange' von Regisseur Stanley Kubrick aus dem Jahr 1971. Meine Chance, endlich auch dieses Kino mal kennenzulernen.

Ich war schwer beeindruckt. Was für ein riesiger Saal, mit einer sehr großen Leinwand! Der Film war für einen 16-Jährigen natürlich ziemlich verstörend. Und trotzdem alles in allem ein Erlebnis.

17 Jahre später, nach Stationen als Theaterleiter im Rex, Neue Filmbühne, UFA-Palast Köln und Marktpassage Siegburg, ging ich das größte Risiko meines Lebens ein und eröffnete gemeinsam mit meinen besten Freunden das WOKI in eben diesem 'Universum-Kino'.

Der Rest ist Geschichte.

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